Artist Statment

artist statement
In meinen aktuellen Werkreihen trifft Grobes auf Filigranes und Raues auf Feines. Aus der Kombination unterschiedlicher Materialien und Techniken entstehen Bildräume, die eine eigenständige Textur und räumliche Tiefe aus diesem Spannungsverhältnis entwickeln.

Im Zentrum meiner künstlerischen Praxis steht die Spur – als materieller Abdruck menschlicher Handlung, als Dokument von Zeit und als Ausgangspunkt bildnerischer Transformation. Meine Arbeiten verstehen sich als Form der künstlerischen Spurensicherung: Sie sammeln, bewahren und verdichten Spuren des Gebrauchs. Die Transformation vom Gebrauchsobjekt zum Kunstobjekt, von der horizontalen zur vertikalen Ebene, von flüchtigen Spuren zum Bild, von Prozess zu Form – das ist der rote Faden, der sich durch die Werke zieht.

Abdrücke und Gebrauchsspuren, also Beiläufiges, dem im Alltag keine Aufmerksamkeit geschenkt wird, sind in den Werken ein zentraler Aspekt. Sie sammeln flüchtige Momente und verleihen den Werken einen dokumentarischen, zeitlichen Charakter. Damit stehen die Arbeiten in der Tradition der Moderne und der Spurensicherung in der Kunst – von Jackson Pollocks „Drippings“ bis zu Karin Sanders „Gebrauchsbildern“. Wann erhält eine Fläche voller zufälliger Spuren die Aura eines Kunstwerks? Nicht ohne einen Blick in Richtung Joseph Beuys gedacht, macht dieser Prozess gleichsam alle jene zu Künstler*innen, die auf der Fläche ihre Spuren hinterlassen haben.

Den Werkreihen – Artistic Steps, Fragmente, Table und Paletten – ist gemeinsam, dass sie aus der horizontalen Ebene kommen, in der sie entstehen, genutzt werden und sich über die Zeit aufladen, und schließlich in der Vertikalen, an der Wand, präsentiert werden. Dieser Wechsel ist zugleich ein Wandel des Status: vom Gebrauchsgegenstand oder Bodenbelag zum autonomen Bild.